La radio

Ernesto Rico Schmidt am 1. März 2018

Es war ein ständiger Begleiter des Alltags in meiner Kindheit und teilweise auch der Jugend. In Zeiten von Diktatur mit schlimmen Nachrichten, in Zeiten von Hyperinflation mit täglich steigenden Preisen: Das Radio.

Radio

Fünfundfünfzig UKW- und zweiundzwanzig MW-Radiosender allein in der Stadt in Cochabamba sind Zeuge dafür, wie wichtig das Radio noch ist und, dass Radiosender in Bolivien anscheinend ein gutes Geschäft sind.

Vor ca. vierzig Jahren, als die "avenida América final oeste" sehr entlegen war, und tatsächlich bei der Brücke über den Fluss Pintumayu endete, stand eine Antenne von Radio Centro einige Meter von der Straße.

Heute ist das Gebiet dicht besiedelt: Häuser, Geschäfte und einige Gebäude. Die Straßen sind asphaltiert, und der Grund rund um die Antenne ist nicht mehr Sumpf.

Aber die Antenne steht nach wie vor da.

Radio Centro war ein ständiger Begleiter, fast immer eingeschaltet, in der Küche. Radionovelas, Nachrichten oder einfach nur Musik. Musik, die übrigens noch heute in manchen Sendern regelmäßig gespielt wird.

Meine Oma war treue Zuhörerin von Radionovelas, und verfolgte täglich die Entwicklungen. Ich war fasziniert von den Klangeffekte, die in Jeder Folge Leben in die Geschichte brachten.

Da hörte man in den Nachrichten mehr oder wenig dramatische (sprich detaillierte) Darstellungen von Ereignissen des Tages, oder über Ausgangssperren in der Diktatur bis Anfang der 1980er Jahre. Später, Anfang der 1980er Jahre, hörte man die täglichen Preisen von Lebensmittel in der Hyperinflation.

Ich war gefesselt von den Abenteuern von Sandokán, el tigre de Malasia.

Später Der richtige Start in den Tag war dann viele Jahre die etwas mehr als eine Stunde dauernde hora del país von Radio Fides. Mit ein Paar Minuten Bericht von jedem Korrespondent, aus den entlegensten Orte des Landes war es auch ein Stunde Geographie mit einem Jesuiten.

Heute sind, fast vierzig Jahre, später noch einige Stimmen von damals zu hören. Die Musik auf ein Paar Sender auch. Der Jesuitenpater Eduardo Perez machte am 31.12.2017 seine letzte Sendung.

Radio

Aber das Spektrum ist inzwischen voll von Sendern. Fast alle kommerziell, es gibt Sender der Polizei, des Erzbistums Cochabamba, aber auch anderer Kirchen, und jede Menge kommerzielle. Alle 300 kHz ist ein Sender, so dass es oft schwierig ist eine Frequenz einzustellen, ohne die Störung von benachbarten Sendern, zu hören.