UBports

Ernesto Rico Schmidt am 24. Juli 2018

UBports: Ist das die einzige Möglichkeit gegen geplante Obsoleszenz zu kämpfen?

Ubuntu Touch ist mittlerweile eingestellt worden, aber dank UBPorts lebt die Plattform weiter und mein BQ 4.5 wird noch mit Sicherheits-Updates versorgt.

Statt zu hoffen, dass der nächste große Update, die an sich noch gut funktionierende Hardware beinahe obsolet macht soll ich auf etwas, was kommerziell gescheitert ist, setzen? Wo eine Gruppe die Aufgabe übernommen hat, das Projekt noch am Leben zu halten, es weiter zu entwickeln und es vor allem sicher zu halten.

Mit immer mehr Smartphones, die an die 1,000-Dollar-Grenze kratzen, und mit noch mehr Geräten, die mehr als 500-Dollar kosten, aber nach ein Paar Jahren vom Hersteller nicht mehr unterstützt und aktualisiert werden.

Oder noch schlimmer, Geräte, die vom Hersteller mit Updates versorgt werden, die unter dem Vorwand der Schonung der Akkus, ihre Leistung drosseln, um so zum Kauf eines neuen Geräts zu Bewegen.

Ubuntu Edge und Ubuntu Touch

Canonical brachte 2004 mit Warty Warthog, dem warzigen Warzenschwein, erstmals eine der bis jetzt erfolgreichsten Linux-Distributionen auf den Markt. Es folgten und folgen, alle sechs Monate eine neue Version, und alle zwei Jahre eine mit Long Term Support, was Updates für vier Jahre bedeutet.

Konvergenz wurde zu Zauberwort und so setzte Canonical seine Hoffnungen (und vermutlich viel Geld) auf den Traum eines Geräts, das die Grenzen zwischen Desktop und Smartphone verschwinden lassen sollte: Ubuntu Edge

Die Finanzierung der Kampagne scheiterte und es gab im Endeffekt gezählte fünf Geräte (vier Smartphones und ein Tablet) mit Ubuntu Touch. Der spanische Hersteller BQ brachte die Smartphones E4.5 und E5 bzw. das Tablet M10 und der chinesische Hersteller Meizu brachte die Smartphones MX4 und PRO 5 Ubuntu Edition auf den Markt.

Obwohl Mark Shuttelwort, Gründer von Canonical und Ubuntu, immer wieder versicherte, dass es bald neue Hersteller geben werde, die Ubuntu Phones anbieten, kam es nie dazu und die Entwicklung von Ubuntu Touch wurde offiziell im April 2017 eingestellt.

Die damit verbundene Entwicklungen von technischen Entwicklungen wie Unity und Mir wurden ebenfalls eingestellt.

Manche sprechen gerne, mit Recht, vom "not invented here"-Syndrom, und den Versuch das Rad neu zu erfinden, nur weil die vorhandenen Räder nicht von Canonical erfunden wurden.

UBPorts

Kurz darauf bildete sich die UBPorts Community, die die Aufgabe übernahm Ubuntu Touch am Leben zu halten.

Ubuntu Touch is made and maintained by the UBports Community. A group of volunteers and passionate people across the world. With Ubuntu Touch we offer a truly unique mobile experience - an alternative to the current most popular operating systems on the market. We believe that everyone is free to use, study, share and improve all software created by the foundation without restrictions. Whenever possible, everything is distributed under free and open source licenses endorsed by the Free Software Foundation, the Open Source Initiative.

Offiziell werden zur Zeit neben den Geräten von BQ und Meizu, noch das Fairphone 2, die Nexus 4 und 5, das OnePlus One unterstützt.

Die Unterstützung für mehr Geräte befindet sich in Arbeit: https://devices.ubuntu-touch.io/